sabine/ Juli 25, 2014/ Allgemeines

Schaut man sich die Umfragen der letzten Jahre zum Thema E-Learning an, stellt man fest, dass die am häufigsten eingesetzte Form des virtuellen Lehrens, vollkommen unabhängig von der eingesetzten Technik, die Bereitstellung von Lehrmaterialien ist. Viele die überzeugt von sich behaupten, sie betreiben E-Learning machen nichts anderes als ihre bisherigen Skripte über das Netz zu verteilen. Wenn man Glück hat zumindest in einem internetfähigen und plattformübergreifenden Format. Eine Weiterentwicklung der Content-Bereitstellung ist die Distribution von Videos über das Internet. Zwar wird hier das multimediale Potenzial des Mediums genutzt aber letztendlich handelt es sich dabei erst einmal genauso um Content wie bei den Download-Texten.

Zu einem wirklichen Lehr-/Lernszenario wird der Content erst dann, wenn man ihn mit Lernaktivitäten und kommunikativen Möglichkeiten verknüpft oder sogar komplexere Lehr-/Lernszenarien entwickelt. Der Content muss auch nicht zwingend im Mittelpunkt stehen. Er kann auch als Mittel zur Lösung von Problemen oder zur Bearbeitung von praktischen Aufgaben betrachtet werden. Diese andere Perspektive öffnet den Blick und erweitert die Herangehensweise an das Thema E-Learning. Man könnte sich auch fragen: Muss ich überhaupt spezifischen Online-Content zur Verfügung stellen oder ist es nicht viel sinnvoller wenn die Lernenden selbst ihren Content recherchieren oder erstellen? Benötigen die Lernenden heute nicht eher gute Ausgangspunkte für die weitere Recherche neben dem Google-Mainstream? Die aktuelle Herausforderung für Lehrende wäre somit weniger für jede Lehrveranstaltung umfangreichen Online-Content zu erstellen, als die vielfältigen vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und aktivierende, interessante Lehr/Lernarrangements wie Online-Seminare, Webquests, Online-Rallyes, Plan-Rollenspiele zu entwickeln. Dabei geht es eher um motivierende, kreative und lernförderliche Ideen als um möglichst professionell und teuer erstellten Content. Machen Sie die Lernenden zu Entdeckern und nicht zu Wissensempfängern.

Wen diese Herangehensweise interessiert, für den ist das nächste E-Learning Shorty des VCRP interessant. Am 25.8. führt der VCRP gemeinsam mit der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer ein E-Learning Shorty zum Thema „E-Learning jenseits von Content Bereitstellung – Neue Ideen für die medienunterstützte Lehre“ durch. Die zweistündige Präsenz-Veranstaltung geht der Frage nach „Wie kann man Online- und Blended-Learning Szenarien ansprechend und didaktisch sinnvoll umsetzen? Zielgruppe sind Lehrende aus dem Hochschulbereich.

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